Alters- & Ehrenabteilung

Zur Geschichte der Ehrenabteilungen

Ende der siebziger Jahre richtet der Deutsche Feuerwehrverband seine Aufmerksamkeit auch auf die Alters- und Ehrenabteilungen.

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Albert Bürger, schreibt mit Datum 23. Febr. 1979 an alle Orts- und Gemeindebrandmeister:

Auszüge

Anläßlich meines 25-jährigen Dienstjubiläums als Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes habe ich am 13. Januar 1977 in Rottweil die Gründung eines Kameradschaftsbundes ehemaliger Feuerwehrmänner angeregt. Ich habe diese Anregung damals mit folgenden Worten begründet:

Unsere Kameraden dienen mitten in unserer Gemeinschaft, sind ein lebendiges Glied derselben und in ihr integriert, bis die Stunde des alters bedingten Ausscheidens kommt. Nach einem meist kurzen Übergang geht dann die Masse der „Ehemaligen“ der Kontakt zur Feuerwehr verloren. Wir aber sollten auf den guten Rat, auf die bewährte Mitarbeit und auf das Bewahren der ideellen Werte unseres Dienstes durch die älteren Kameraden nicht verzichten.

Meine Anregung ist auf fruchtbaren Boden gefallen. 12 Alterskameraden aus den Bundesländern und von den Berufs- und Werkfeuerwehren haben nach entsprechenden Vorarbeiten und der Erarbeitung einer „Ordnung“ für diese Organisation den

KAMERADSCHAFTSBUND ALTGEDIENTER FEUERWEHRANGEHÖRIGER

Am 31. März 1978 gegründet.

Weiterer Auszug:

Es hat sich aber als schwierig erwiesen, an die nicht mehr aktiven Kameraden heranzukommen. Über die Landesfeuerwehrzeitschriften, die natürlich über die Gründung berichtet haben, ist das nicht möglich, da die alten Kameraden sie nicht zu lesen bekommen.

Ich wende mich daher unmittelbar an Sie, meine Kameraden, die die Führung der Feuerwehren auf Orts- und Gemeindeebene in Händen haben.

In einem gleichzeitig erschienenen Aufruf des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, schreibt Albert Bürger am 23. Febr. 1979:

Auszug:

Wo aber bleiben die Feuerwehrmänner, die Jahrzehnte lang ihren selbstlosen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr geleistet haben und (je nach Bestimmungen der Landesgesetze) mit 60 oder 65 Jahren aus dem aktiven Dienst ausscheiden mußten? Nur zum Teil gibt es Ehren- oder Altersabteilungen, in denen vornehmlich der kameradschaftliche Zusammenhalt gepflegt wird. Dabei gibt es genug Aufgaben, die sie noch erfüllen könnten und übernehmen würden.

Ehrenabteilungen im Kreis Aachen

Der Feuerwehrverband Kreis Aachen hatte vorgearbeitet. Mit Datum vom 4. Juni 1978 war hier bereits die „Ordnung des Kameradschaftsbundes altgedienter Feuerwehrangehöriger im Feuerwehrverband Kreis Aachen“ in Kraft gesetzt.

Am 17. Mai 1979 wurden, bei einer Sitzung der Vorsitzenden der Ehrenabteilungen des Kreisverbandes, Änderungsanträge für die bereits in Kraft gesetzte Ordnung gestellt und die Organe für den Kameradschaftsbund des Feuerwehrverbandes bestellt. Der Erfolg im Kameradschaftsbund des Feuerwehrverbandes Kreis Aachen war mäßig. Die Ehrenabteilungen der Wehren des Kreises dümpelten weiter, wie bisher bekannt, so vor sich hin. Ein Grund hierfür war die schon früher vollzogene kommunale Neuordnung bei der mehrere, früher selbständige Wehren, zu Löschzügen einer Gesamtwehr wurden. In den Löschzügen bestanden nun Ehrenabteilungen die nach ihrem früheren Konzept, mit den früheren Vorsitzenden, mit geringem Erfolg weiter arbeiteten.

Mit dem Wechsel des Verbandsvorsitzenden des Feuerwehrverbandes Kreis Aachen, wurde der bei seinem Ausscheiden aus dem aktiven  Dienst zum Ehrenvorsitzenden des Feuerwehrverbandes Kreis Aachen ernannte Kreisbrandmeister a.D. Hubert Hennes, von seinem Nachfolger Kreisbrandmeister Franz Linzenich, um die Koordination der Ehrenabteilungen im Kreisverband gebeten und beauftragt.

Die Anforderung des nun amtierenden Vorsitzenden der Ehrenabteilungen im Kreisverband an die Wehrführer des Kreises war die Benennung eines Feuerwehrkameraden aus jeder Stadt- oder Gemeindefeuerwehr, der die Betreuung der Ehrenabteilung durchführen soll. Für die Freiwillige Feuerwehr Alsdorf wurde der ehemalige Wehrführer Simon Sturm, der die Freiwillige Feuerwehr Alsdorf über den Zusammenschluß der Kommunen als neue Gesamtwehr geführt hatte, benannt.

Bei der ersten Zusammenkunft der neu benannten Vorsitzenden der Ehrenabteilungen der Wehren des Kreisverbandes am 8. Mai 1985, wurde vom Kreisverbandsvorstand und dem Vorsitzenden der Ehrenabteilungen im Kreisverband, Kbm a.D. Hubert Hennes festgelegt: Die Ehrenabteilungen arbeiten selbständig. Die Vorsitzenden der Ehrenabteilungen der Wehren sind Kontaktpersonen zum Kreisverband. Die Koordination der Ehrenabteilungen im Kreisverband und die Planung von Ehrenabteilungsveranstaltungen auf Kreisverbandsebene sind persönliche Aufgaben des Ehrenvorsitzenden des Kreisverbandes.

Bei dieser Zusammenkunft wurde festgestellt, daß die von oben kommende geordnete oder verordnete Kameradschaftspflege nicht gefruchtet habe. Eine fruchtbare Arbeit in den Ehrenabteilungen kann nur durch selbständiges Handeln von der Basis ausgehen.

Vorhandene Rahmenvorgaben für die Arbeit an der Basis ist die Erläuterung zur Laufbahnverordnung Freiwilliger Feuerwehren § 4, Abs. 6.2 und 6.3 des FSHG.

  • In der Alters- und Ehrenabteilung soll die Verbundenheit mit der aktiven Wehr aufrechterhalten werden. Die Abteilung soll verhindern, daß jahrzehntelang ehrenamtlich tätige Kameraden aufs „Abstellgleis“ abgeschoben werden.
  • Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, die aus dem aktiven Dienst in die Alters- und Ehrenabteilung übergewechselt sind, kann vom Träger des Feuerschutzes gestattet werden, daß sie die Dienstkleidung weiter tragen dürfen. Das kann im Einzelfall aber auch durch eine generelle Erlaubnis geschehen. Erfolgt eine solche Erlaubnis nicht, dann darf die Dienstmütze mit blau – silberner Kordel getragen werden.